1971 bis 1990 Von 1976 entwickelte sich in den Jugendwohnheimen St. Hermann-Josef und St. Michael, später auch in St. Sebastian für viele Jahre ein weiterer Schwerpunkt der Heimstatt-Arbeit mit der sozialpädagogischen und sprachlichen Förderung junger Spätaussiedler. Zunächst aus Polen und Rumänien, später aus der Sowjetunion kamen mit den Aussiedler-Familien zahlreiche junge Menschen ins Rheinland, die gezielt besonderer Eingliederungshilfen bedurften. In mehr als 80 Sprachkursen von der Dauer bis zu einem Jahr erhielten auf diese Weise insgesamt rund 1500 junge Menschen in den Heimstatt-Einrichtungen eine sprachliche und sozialpädagogische Förderung.
Im Jahre 1971 verstarb unerwartet Herr Dr. Rudolf Roik , Nachfolger im Amt des Vorsitzenden wurde Herr Ministerial-Direktor Dr. Rudolf Toyka bis 1976. Geschäftsführer war von 1974 bis 1985 Johannes Tammer. Von 1976 bis 1998 übernahm Dr. Otto Emrich (Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit) den Vorsitz des Vereins. 1981 wurden 46 junge Vietnamesen vom Seerettungsschiff "Cap Anamur" im Jugendwohnheim St. Sebastian in Oberdollendorf untergebracht, die bis zu Beginn der neunziger Jahre als sogenannte "Kontingentflüchtlinge" betreut und gefördert wurden und dadurch sogar die Grund- und Hauptschule in Königswinter mit Erfolg besuchen konnten.
1983 wurde das von der Stadt Bonn neu errichtete Jugendzentrum St. Martin in Bonn-Duisdorf in die Trägerschaft der Heimstatt e. V. übertragen. Durch die Trägerübernahme von nunmehr zwei Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit erhielt auch dieses Arbeitsgebiet der Jugendhilfe innerhalb der Heimstatt verstärkte Aufmerksamkeit, da bis dahin die Arbeitsansätze der Jugendsozialarbeit als Integrationshilfe besonders für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche ein wichtigen Schwerpunkt bildeten. Offene Freizeit- und Kursangebote im Rahmen der außerschulischen Pädagogik stehen insbesondere im Jugendzentrum St. Martin im Vordergrund. Das Jugendzentrum St. Cassius war ja bereits seit 1960 über Jahrzehnte hinweg für verschiedene Jugendgenerationen ein beliebter Treffpunkt und Ort musikalischer, sportlicher und jugendgemäßer Veranstaltungen. Seit Mitte der 80er Jahre fühlen sich insbesondere viele ausländischen Jugendlichen in der "OT" (Offene Tür) zu Hause. Von 1985 bis 1991 übernahm Peter Leuwer die Geschäftsführung.


