Im Januar 2010 startete ein gemeinsames Musikprojekt der Regel- und Intensivgruppe des Jugendwohnen St. Hermann-Josef. Die Jugendlichen haben mittels Coverstücke die Möglichkeit ein Musikinstrument zu erlernen oder vorhandene Kenntnisse zu vertiefen. Zwei Musik erfahrene Pädagogen der Einrichtung begleiten das Projekt.
Musik hat bei den Jugendlichen allgemein einen besonders hohen Stellenwert. Häufig bietet sie dieser Altersgruppe Hilfe auf der Suche nach der eigenen Identität. Wir haben die Beobachtung gemacht, dass sich besonders männliche Jugendliche mit Interpreten und Liedtexten identifizieren die Gewalt gegen Minderheiten verherrlichen und Frauen verachtende Inhalte transportieren. Ein Verbot dieser Lieder in unserer Einrichtung hat immer dazu geführt, dass die Jugendlichen diese Musik heimlich konsumierten. Eine Auseinandersetzung mit diesem Thema konnte so gar nicht stattfinden. Durch das Musikprojekt sehen wir u.a. die Chance solchen Texten etwas entgegen zu setzen und wieder zum Gegenstand kritischer Diskussionen zu machen.
Das Projekt
Im Januar 2010 startete im Jugendwohnen St. Hermann-Josef ein gemeinsames Musikprojekt an dem Jugendliche aus der Regel- und der Intensivgruppe teilnehmen. Es handelt sich hierbei um ein offenes Angebot für alle BewohnerInnen. Dabei ist die Beherrschung eines Instrumentes keine Voraussetzung. Die Jugendlichen haben vielmehr die Möglichkeit über dieses Projekt Gitarre, Bass, Schlagzeug oder Keyboard spielen zu lernen. Es wurden bereits einige Musikinstrumente angeschafft und ein Proberaum eingerichtet. Regelmäßig ein bis zwei Mal wöchentlich wird geprobt. Gemeinsam mit zwei Musik erfahrenen Pädagogen des Jugendwohnen St. Hermann-Josef werden zunächst einmal bekannte Stücke aus dem Rock- / Popbereich gecovert. Dazu werden die Lieder im Vorfeld gemeinsam mit den Jugendlichen ausgesucht und erarbeitet. Auf diese Weise erlangen die Jugendlichen einen Einblick in gängige Liedstrukturen und setzen sich mit den Texten auseinander. Langfristig ist geplant, dass die Jugendlichen auch eigene Stücke mit selbst verfassten Texten schreiben.
Bei Heimstatt internen Festen haben die TeilnehmerInnen die Möglichkeit ihre Musik zu präsentieren. Auftritte außerhalb der Heimstatt sind ebenfalls angestrebt.
Die Proben, die bis jetzt stattgefunden haben, hatten bereits einen positiven Effekt auf das Zusammenleben innerhalb und zwischen den Wohngruppen. Durch das gemeinsame Erarbeiten von Musikstücken werden die Jugendlichen dazu motiviert, zusammen an einem Ziel zu arbeiten. Jugendliche, die ihr Instrument gerade erst erlernen, werden von den Fortgeschrittenen bei den Proben unterstützt.
Bilder folgen bald. Vielleicht sind demnächst auch einige Hörproben drin.


