Am 22. April ist Dr. Karl Hugo Breuer im Alter von 84 Jahren in Bergisch Gladbach gestorben. Er hatte sich von 1951 an für die Katholische Heimstatt-Bewegung im Rheinland engagiert. Auch die Bonner Heimstatt hat ihm viel zu verdanken.

Durch sein Engagement gelang es unserem Verein, mit umfangreichen Zuschüssen der Arbeitsverwaltung und des Landes NRW die Jugendwohnheime zu erbauen, die Bausubstanz zu erhalten und Modernisierungen durchzuführen. Bis vor wenigen Jahren erhielten wir darüber hinaus in umfangreicher Art und Weise Zuschüsse für die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Jugendwohnheimen. Erst als diese Zuschüsse vom Land NRW für die Jugendwohnheime nicht mehr gewährt wurden, wandten wir uns dem begleiteten Jugendwohnen im Rahmen der Jugendsozialarbeit zu und boten jungen Menschen im Rahmen der Erziehungshilfen eine pädagogische Betreuung an.

Auf Initiative von Dr. Karl Hugo Breuer übernahm die Heimstatt e. V. Bonn 1963 das Jugendwohnheim St. Sebastian in Königswinter-Oberdollendorf. Auch die Entstehung der Jugendmigrationsdienste ist in besonderer Weise den Ideen und dem Engagement von Dr. Karl Hugo Breuer zu verdanken.

Nachstehend übernehmen wir den Nachruf der Landesarbeitgemeinschaft Kath. Jugendsozialarbeit Nordrhein Westfalen e. V. (LAG KJS NRW).

Wir werden Dr. Karl Hugo Breuer in ehrendem Gedenken behalten.

Der Unterzeichner wird an den Exequien und der Beisetzung am 29. April 2009 teilnehmen.

im Auftrag

Harry Wolff (Geschäftsführer)

Nachruf der Kath. Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit:

Am 22. April 2009 ist Dr. Karl Hugo Breuer im Alter von 84 Jahren in Bergisch Gladbach gestorben. Die Landesarbeitsgemeinschaft Kath. Jugendsozialarbeit Nordrhein-Westfalen (LAG KJS NRW) verliert mit Herrn Dr. Breuer ihren ehemaligen Direktor, einen langjährig in der katholischen Jugendsozialarbeit und der außerschulischen Pädagogik engagierten Mitstreiter für die Belange der benachteiligten jungen Menschen im Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf. Er hat die katholische Jugendsozialarbeit in Nordrhein-Westfalen wie auf der Bundesebene seit der unmittelbaren Nachkriegszeit wie kein anderer begleitet, gestaltet und geprägt. Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren!

Dr. Breuer war ein echter Rheinländer; geboren in Porz am Rhein, besuchte er die Oberschule für Jungen in Köln-Deutz und schloss diese 1942 mit dem Abitur ab. Es folgten Arbeitsdienst und Wehrdienst. Von 1945 bis 1951 stud ierte er an den Universitäten Köln und Bonn Geschichte und Politikwissenschaft, Sprach- und Literaturwissenschaft sowie Philosophie mit Anthropologie und Pädagogik. Er promovierte mit einer Arbeit "Der junge Marx. Sein Weg zum Kommunismus" bei Prof. Dr. Theodor Schieder. Er war verheiratet seit 1954 mit Mechtild Breuer und Vater von sechs Kindern.

Eine wesentliche Keimzelle für die Entwicklung der katholischen Heimstatt- und Jugendsozialarbeit im Erzbistum Köln und bald in ganz Nordrhein-Westfalen war das erzbischöfliche Generalvikariat in Köln mit seinem damaligen Diözesanjugendseelsorger Fritz Eink. Als Gründer und Leiter der Katholischen Heimstatt-Bewegung, die später zur Landesarbeitsgemeinschaft Kath. Jugendsozialarbeit NRW weiterentwickelt wurde, stellte er als ersten hauptamtlichen Mitarbeiter am 15.3.1951 Dr. Karl Hugo Breuer ein. Die Sorge um die wohnungs-, heimat- und berufslosen Jugendlichen, um junge Flüchtlinge und Aussiedler, um benachteiligte und beeinträchtigte junge Menschen sollte ihn zeitlebens nicht mehr loslassen.

Dr. Breuer war seit 1951 Landessekretär und Geschäftsführer der Kath. Heimstatt-Bewegung, seit 1973 bis zu seinem Ausscheiden aus dem hauptberuflichen Dienst am 11.5.1998 Direktor der Zentrale der Kath. Heimstatt-Bewegung, später: Arbeitsgemeinschaft Kath. Jugendsozialarbeit NRW und zeitweilig Vorstandsmitglied. Von 1970 bis 1998 war Dr. Breuer Diözesanbeauftragter für die Kath. Heimstatt-Bewegung / Jugendsozialarbeit im Erzbistum Köln; auf der Bundesebene hat er wesentlich mit die Geschicke der Bundesarbeitsgemeinschaft Kath. Jugendsozialarbeit als Vorstandsmitglied und zeitweilig 2. Vorsitzender gelenkt.

Auch bei den pluralen Zusammenschlüssen der Jugendsozialarbeit hat sich Dr. Breuer große Verdienste erworben. Ehrenamtlich war er lange als geschäftsführender Vorsitzender in der Arbeitsgemeinschaft Heimstatthilfe im Lande Nordrhein-Westfalen (ab 1991: Landesarbeitsgemeinschaf t Jugendsozialarbeit NRW) tätig, auf der Bundesebene wirkte er langjährig in der Bundesarbeitsgemeinschaft Jugendaufbauwerk (später: BAG Jugendsozialarbeit) als Leiter des Fachausschusses "Jugendwohnen" und als Vorstandsmitglied, zeitweilig als Vorsitzender.

Ein besonderes Anliegen war ihm das sozialpädagogische Aus- und Fortbildungswesen. Als Gründungsmitglied (1958) des Johann-Michael-Sailer-Institutes und seiner Höheren Fachschule für außerschulische Pädagogik - Jugendleiterseminar - in Altenberg und der Fachschule für Sozialpädagogik mit dem Schwerpunkt Freizeitpädagogik in Köln-Vogelsang sowie als langjähriges Mitglied im Verwaltungsrat der Kath. Fachhochschule Nordrhein-Westfalen hat Dr. Breuer wichtige Impulse für die Aus- und Fortbildung des sozialpädagogischen Fachkräftenachwuchses gesetzt.

Als Initiator, Herausgeber und Schriftleiter der Fachzeitschrift für Jugendsozialarbeit "Die Heimstatt", des "Jahrbuchs für Jugendsozialarbeit" und weiter er Schriftenreihen sowie als Verfasser zahlreicher Schriften und Aufsätze hat er maßgeblichen Einfluss auf die Gestaltung und Entwicklung der Jugendsozialarbeit in Deutschland genommen. Beispielhaft sei nur auf seine in insgesamt vier Auflagen erschienene Schrift (erstmals 1957) "Jugendsozialarbeit" hingewiesen, mit der er ein sozialpädagogisches Handlungsfeld beschrieben hat, das bis dahin in der Jugendhilfe noch ohne eigenes Profil neben der Jugendpflege und der Jugendfürsorge existierte.

Mit Dr. Karl Hugo Breuer ist der Nestor der katholischen Jugendsozialarbeit in Nordrhein-Westfalen und auf Bundesebene von uns gegangen. Wir verlieren einen unermüdlichen Streiter für die heimat- und berufslosen, die benachteiligten und beeinträchtigten jungen Menschen in unserem Land und einen engagierten Christen. Papst Johannes Paul II. ernannte ihn 1987 für seine Verdienste zum "Komtur des Gregoriusordens". Dr. Breuer war darüber hinaus Träger des Ehrenzeichens in Gold und der Lorenz-Werthmann-Medaille des Deutschen Caritasverbandes, der Maternusplakette des Erzbischofs von Köln und weiterer Auszeichnungen.
R.I.P.
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Die Exequien für Dr. Karl Hugo Breuer werden gehalten am 29.4.2009 um 10.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Clemens, Kempener Str. 4, 51469 Bergisch Gladbach-Paffrath; anschließend findet die Beisetzung statt.

Vorstand, Mitgliederversammlung, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der LAG KJS NRW
Köln, den 27. April 2009

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